Tablet-Erstinstallation: Ganz von vorn (und zum letzten Mal!)
12. September 2008 von Uwe Kaminski
Mit diesem Artikel möchte ich die Arbeitsschritte dokumentieren, die nötig sind, um das N8x0 in den für mich benötigten Ausgangszustand zu versetzen. Der Leser selbst möge beurteilen, ob auch ihm diese Konfiguration hilfreich erscheinen mag:
- Das System ist auf dem neuesten Stand
- Das System ist hinterher auf eine Speicherkarte ausgelagert, von der gebootet wird
- Den Anwendungen und dem home-Verzeichnis stehen deutlich mehr Speicher zur Verfügung
- Es existiert ein Backup dieses Systems auf einer weiteren Speicherkarte
- Ein Kernelpatch garaniert hohe Geschwindigkeit beim Zugriff auf die interne und externe Speicherkarte
- Alle wichtigen Anwendungen sind installiert und ihre Einstellungen wiederhergestellt.
Home-Verzeichnis sichern
Im Xterm geben wir folgende Kommandos ein, um die benutzerspezifischen Einstellungen nahezu aller installierten Programme, in den Ordner “backup” auf der externen Speicherkarte im Verzeichnis backup abzulegen.
mkdir /media/mmc1/backup/
cp -aR /home/* /media/mmc1/backup/
Damit sind auch alle Media-Daten in den Verzeichnissen für Audio, Video, Bilder und Dokumente gesichert. Mit der Software “Sichern/Wiederherstellen”, die auf den Tablets vorinstalliert ist, kann ich nichts anfangen, da sie sich überfordert zeigte und abstürzte.
Firmware einspielen
Folgende Schritte sind dazu nötig:
- a) Windows: Download der Flasher-Anwendung
b) Linux: Download der Flasher-Anwendung - Download der aktuellen Firmware
- Flashen
a) Unter Windows kann man nach Ausführung des Update-Programms die heruntergeladene Firmwaredatei angeben. Dannach folgt man einfach den Anweisungen des Programms.
b) Unter Linux startet man den Upgrade-Prozess, indem man in einer Shell das das Kommando:./flasher-3.0 -F <FIASCO image> -f -R
eintippt. Dannach muss das Gerät mit vollem Akku per USB angeschlossen werden. Beim Einschalten muss der Home-Button gedrückt und gehalten werden. Hat der Flashvorgang begonnen, kann man die Home-Taste wieder loslassen.
Einrichtungsassistent
Das Gerät bootet nun neu. Voraussetzung für die nächsten Schritte ist es, dass wir das Gerät ans Netz bekommen. Es gilt also, WLAN einzurichten. Dabei sollte in den Erweiterten Einstellungen eine feste IP zugewiesen werden, um das Gerät via SSH ansprechen zu können. Grundsätzlich sind alle weiteren Schritte aber auch ohne SSH möglich und können im XTerm eingegeben werden.
Firmware aktualisieren per Online-Update
Hierzu sind folgende Schritte nötig:
- Starten des Programmanagers
- “Auf Aktualisierungen prüfen” auswählen und den Button “Aktualisierung” unten rechts betätigen.
- Alle angezeigten Aktualisierungen durchführen (lassen)
- Gerät neu starten, wenn es dies im Rahmen des Upgrades nicht selbst tut
- Maemo-extras aktivieren: Dazu im Programmmanager im Menü “Optionen” den Punkt “Programmkatalog…” auswählen. Der letzte Katalog in der Liste “memo Extras” ist deaktiviert, was geändert werden kann, indem man ihn bearbeitet und das entsprechende Häkchen entfernt.
- Im Programmmanager unter “Installierb. Programme anzeigen” die Anwendung OpenSSH herunterladen und installieren (enthält Server und Client). Während der Installation wird das Rootpasswort abgefragt, mit dem wir (und potenziell auch jeder andere im gleichen Netz!) uns auf dem Internet Tablet einloggen.
Alle nun folgenden Schritte erfolgen nach Zugriff auf das Tablet via SSH (z.B. Putty unter Windows).
Unter Linux sollte es mit dem Befehl:
ssh root@[IP-AdressedesTablets]
funktionieren.
Bootmenü einrichten
Die Einrichtung des Bootmenüs ist in einem Artikel im N800 Wiki hervorragend beschrieben – nochmals danke, Jörg Gronmayer!
Abweichend vom Artikel kann man auch mit Hilfe des Kommandos:
apt-get install rootsh
die Möglichkeit eines Root-Zugriffs auf dem Gerät installieren. Um root zu werden, muss man zukünftig nur noch ‘root’ eingeben.
Abweichend vom Artikel im wiki habe ich eine interne 2 GB Speicherkarte verwendet. Und eine solche befindet sich ja auch (fest eingebaut) im N810 Tablet. Ich habe zudem nur ca. 180 MB Platz mit dem Dateisystem FAT16 formatiert (für die Auslagerungsdatei) und den Rest im ext2fs erstellt, um nahezu 1,7 GB Platz für Anwendungen und das /home/user Verzeichnis zu haben (in dem sich ja wie oben erwähn u.a. die Verzeichnisse für Audio/Video und Dokumente befinden).
Dafür sind nach dem Kommando:
sfdisk /dev/mmcblk0
folgende Werte nötig:
# /dev/mmcblk0p1 : 1,6000,6 # /dev/mmcblk0p2 : 6001,, [Enter] [Enter]
Klonen des Systems
Dieser Arbeitsschritt ist ebenfalls wunderbar im N800wiki beschrieben. Nachdem man alle Schritte im Artikel abgearbeitet hat, befindet sich auf der internen Speicherkarte ein komplettes System mit jeder Menge Platz für Anwendungen und Daten, das natürlich nur darauf wartet, sicherheitskopiert zu werden.
Hierzu kann eine weiterer Artikel des Wikis bemüht werden:
Kernel-Patch (optional)
Um das System, wie versprochen zu beschleunigen, ist es nun noch nötig, den Kernel zu patchen. Die Beschreibung wie es genau funktioniert, habe ich im N800wiki hinterlegt.
Home-Verzeichnis wiederherstellen
Die Wiederherstellung des home Verzeichnisses habe ich nicht komplett, sondern nur für bestimmte Anwendungen durchgeführt. Relativ einfach geht dies im midnight commander, der sich mit dem Kommando:
apt-get install mc
installieren lässt.
Man muss dann lediglich im /home/user/ Verzeichnis das Verzeichnis auswählen, das zur Anwendung gehört (beginnt oft mit einem “.”) und im Dialog “kopieren” darauf achten, dass die Option zur Beibehaltung der Attribute aktiviert ist.
Technorati Tags: Betriebssystemclone, OS2008, mmc, sdhc, maemo, n800, n810, kernel-patch




Hi kleine Anmerkung,
wenn du cp -aR machst, kannst du dir das R sparen (steckt implizit im -a drin).
Außerdem ist doch ein tar zu empfehlen, dann werden automtisch alle Attibute und Owner-Info erhalten
just my 50 cent
[...] man das Bootmenü installiert, beispielsweise um mit einem geclonten Betriebssystem auf der internen/externen Speicherkarte zu arbeiten muss man es hinterher erneut installieren. Eine [...]
Hallo!
Danke für die Anleitung.
Auf meinem N810 gibt mir allerdings der Befehl:
# mke2fs /dev/mmcblk0p2
Eine fehlermeldung aus, dass der Befehl nicht gefunden wurde. Meine Recherchen haben mich nicht weitergebracht. Muss ich zusätzlich etwas installieren um die Partition in diesem Dateisystem formatieren zu können?
Herzlichen Dank für die Antwort schon im voraus!
Markus
Hallo, bist du auch als root angemeldet? Das ist für diesen Befehl Voraussetzung. Du kannst mir auch gern deine Eingaben inklusive Fehlermeldung zuschicken…
Evtl. liegt es auch daran, dass das Kernelmodul ext2.ko noch nichht geladen ist.
HTH, jukey
[...] man das Bootmenü installiert, beispielsweise um mit einem geclonten Betriebssystem auf der internen/externen Speicherkarte zu arbeiten muss man es hinterher erneut installieren. Eine [...]