Synchronisationsgeschichten (3): Adressbuch synchronisieren
10. August 2008 von Uwe Kaminski
Nachdem ich mich in der letzten Synchronisationsgeschichte mit dem Einbinden eines extern synchronisierbaren Kalenders auf dem Tablet beschäftigt habe, wird es nun Zeit, eine echte Synchronisationslösung vorzustellen.

Sie hört auf den Namen syncevolution und bietet einiges. Es existieren Versionen fürs MacOS-Adressbuch oder Evolution unter Linux – aber auch eine Version fürs iPhone (so eine Art Internettablet für Leute, die die hohe Auflösung der Nokia-Tablets nicht mögen und Akkutauschereien eh albern finden) und eben für das 770/N800/810, was mich meinen Mobilen WordPress-Client auf dem Tablet anwerfen lässt, um zu beschreiben, was nötig ist, um das Tablet-Adressbuch mit den Adressbüchern der allermeisten Handys oder dem Windows-Adressbuch oder dem Adressbuch, das durch Evolution genutzt wird, abzugleichen.
Scheduleworld-Account
Zunächst sollte, sofern noch nicht vorhanden, ein Account bei scheduleworld.com eingerichtet und ein Backup aller beteiligten Adressbücher angelegt werden. Anleitung zur Einrichtung des SyncML-Clients diverser Handys findet man hier und auch denjenigen, die ihren Desktop-Client synchronisieren wollen, wird geholfen.
Dieser Programmkatalog enthält das Programm “syncevolution“, welches mit Hilfe des Programmanagers installiert werden kann.
Die Konfiguration in der letzten nicht-beta-Version 0.7 von syncevolution gestaltet sich noch relativ mühselig und es existieren eine Menge Fallstricke, die ich bei meinen ersten Installationsversuchen auch brav alle mitgenommen habe. Dank diverser Hinweise des Programmautors hats dann aber irgendwann doch noch geklappt.
Konfiguration von syncevolution
Inzwischen ist Version 0.8 beta 1a die aktuelle Version und hier gestaltet sich die Konfiguration ungleich simpler. Einfach in xterm folgendes Kommando eingeben:
syncevolution -c scheduleworld
Die Konfigurationsdateien für scheduleworld wurden nun angelegt in einem Verzeichnis, das wir so erreichen:
cd /home/user/.config/syncevolution/scheduleworld
Um die Konfigurationsdateien zu bearbeiten, kann man Kommandozeilen-Editoren wie z.B. joe oder auch das in den Midnightcommander integrierte mcedit (beide in diesem Katalog enthalten) verwenden. In dieser Beschreibung verwende ich joe:
joe config.ini
Nun können in der Datei die Zeilen username und password mit korrekten Werten belegt werden. Als Benutzername dient unsere ID (Eine Nummer, die nachdem man sich hier eingeloggt hat im Bereich “Preferences” und dort unter “Username” gefunden werden kann). Unser Passwort kennen wir natürlich
Den Editor joe verlassen wir durch Eingabe von “Ctrl+k” und danach sofort “k”.
Im Verzeichnis: /home/user/.config/syncevolution/scheduleworld/sources/addressbook/ liegt die Datei config.ini, die wir mit:
joe sources/addressbook/config.ini
bearbeiten können. Der einzig relevante Wert “sync” steht auf dem Wert two-way-sync, was OK sein sollte. Genauere Informationen zu den einzelnen Modi können der Beschreibung innerhalb der Datei und der Webseite des syncevolution-Authors Patrick Ohly entnommen werden.
Wichtig! Es darf für keine andere source (Verzeichnisse calendar, notes, ..) in den dortigen config.ini-Dateien ein anderer Wert als “sync=disabled” eingetragen sein. Syncevolution funktioniert derzeit nur mit dem Tablet-Adressbuch!
Endlich loslegen!
Jetzt kann man in xterm mit Hilfe des Kommandos:
syncevolution scheduleworld
den Synchronisationsvorgang starten.
ACHTUNG das configfile ist so eingestellt, dass ein beidseitiges Synchronisieren stattfindet. Soll einer Seite der Vorrang gegeben werden, funktioniert das mit einem der folgenden Kommandos:
syncevolution -s refresh-from-server scheduleworld
syncevolution -s refresh-from-client scheduleworld
In jedem Fall gibt’s hinterher einen Report darüber, was sich eigentlich geändert hat:
Das wars dann auch schon
Tuning und Zukunftsmusik
Das python-basierte Programm genesis-sync von Frederik bietet eine grafische Oberfläche für die Konfiguration von syncevolution. Derzeit funktioniert die Anwendung jedoch nicht unter maemo, also auf den Tablets.
Um nicht jedes mal xterm aufrufen zu müssen, bietet es sich an, das Programm mit Hilfe eines Applets für den Desktop (personal-launcher) oder die Menüleiste (personal-menu) auszuführen. Das ganze sieht dann ungefähr so aus:
Ich hoffe mit diesem Artikel den ein oder anderen Leser zum Ausprobieren des Programms zu motivieren.
Wer dem Autor des Programms danken möchte, kann ihm gern eine Postkarte zukommen lassen.
Postalische Adressen speichern und verwenden
Postkarte ist ein gutes Stichwort. Um sie zu verschicken, benötigt man ja bekanntlich eine Postadresse und die ist in der Kontaktverwaltung des Tablets nicht sichtbar. Vorhanden darf die Adresse jedoch durchaus sein.
Dieses Manko behebt die Anwendung pimlico-contacs, die auf die selbe Datenbank zugreift wie das Standard-Adressbuch des Tablets. Darüber hinaus können mit pimlico-contacts die Kontakte inkrementell durchsucht werden.
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klasse Zeichnung!
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