Nachdem ich (leider doch nur) am Donnerstag die Zeit fand, unterm Funkturm den Vorträgen des Maemo-Tracks zu lauschen, möchte ich das Gehörte, sofern noch nicht geschehen, kurz zusammenfassen und auf weiterführende Informationsquellen hinweisen.
Zunächst jedoch nochmal ein großes Dankeschön an Mike für die Freikarte; immerhin der Gegenwert von 9 1/3 Hotdogs auf dem Messegelände unterm Funkturm in Berlin.
Maah-eeeeh-mo
Mir als jemandem, der sich noch nicht seit drei Jahren mit der Materie beschäftigt, war es ja noch nicht ganz klar, aber nun herrscht Gewissheit: Maemo wird nicht schafisch “Määhmo” augesprochen sondern elegant auf drei Silben verteilt: Ma-e-mo – Ähnlich dem spanischen Wort Paella, nur nicht so lecker.
Rollenspiel
Neben den bereits angesprochenen Plänen für ein Brainstorming der Maemo-Community stellte sich mit Niels Breet auch der Webmaster der Communityseiten vor. Neben diesem sind Bugmaster und ein Docmaster für die Organisation des Inputs aus der Community heraus zuständig. Dabei sind alle drei Rollen nicht durch Angestellte von Nokia, sondern durch vom Handy-Hersteller gesponserte Community-Mitglieder besetzt. Sie haben z.B. keine Informationen über zukünftige Produktentwicklungen oder Release-Termine über die offiziell bekanntgegebenen hinaus.
Zentraler Programmkatalog
Interessant war dabei die von Niels vorgestellte Idee eines Autobuilders für den Maemo-extras Programmkatalog (repository), die im Idealfall alle nicht von Nokia entwickelten stabil laufenden Programme beinhalten soll. Derzeit schrecken Entwickler vor dem hohen Aufwand der Integration eigener Programme in diesen Katalog zurück, was zu vielen verschiedenen und in Teilen auch inhaltlich redundanten Programmkatalogen führt. Der Autobuilder soll die Integration eigener Programme in den Entwicklerkatalog maemo-extras-devel ebenso wie die Überführung der dortigen Anwendungen in den maemo-extras-Katalog erleichtern und damit die Vielfalt der Anwendungen in diesem zentralen Katalog fördern.
GPE
Florian Boor referierte in seinem Vortrag über die Vorzügen der GPE Umgebung für die Maemo-Plattform. Zum Teil realisieren Programme wie GPE-Calendar Funktionen, die ein Tablet im Auslieferungszustand nicht bietet. Die Integration in Maemo ist in bestimmten Teilen (z.B. Alarmfunktionen) schwierig und die Sync-Lösung noch im Alphastadium, dafür funktionieren Termin, Kontakt, Notiz und Aufgabenverwaltung schon sehr gut. Zur Möglichkeit, mit GPE-calendar Termine über ein Webdav-Verzeichnis in beide Richtungen zu “synchronisieren”, werde ich in einem späteren Artikel eingehen. Die Präsentation zum Vortrag von Florian kann in dessen Blog besichtigt werden.
What’s next?
Am Ende der Vortragsreihe stand das Thema “Maemo.org: What’s next?”. Die zentralen Themen in dieser Diskussion waren die Aussage “Maemo sollte auf andere Geräte (z.B. von htc) portiert werden!” von Sebastian Mancke. Die Maemo-Community sollte sich “an der Ubuntu-Community orientieren” (wie Marius Gedminas postulierte), weil dort vieles richtig gemacht wird und schließlich soll Nokia sich in der Pflicht sehen, auf Bugs, die Fragen zu hardwarenahen closed source Komponenten enthalten, einzugehen um Frustration auf seiten der Entwickler zu vermeiden, wie Marius Gedminas vortrug.
und sonst so…
Es gab noch das ein oder andere Interessante zu sehen auf dem LinuxTag. Z.B. Java in Aktion auf den Tablets. Wenn ich Zeit finde werde ich das ein oder andere Thema in späteren Artikeln beleuchten.
Weitere N800/N810-bezogene Präsentationen vom Linuxtag kann man auch herunterladen:
- Audiomitschnitt und Präsentation des “Maemo Linuxtag Update”-Vortrags von Quim Gil
- Florian Boors GPE-Präsentation als PDF
- Marius Gedminas Präsentation zum Thema maemo: What’s next? als pdf
- Sebastian Manckes Präsentation von Jamilo
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