Integriert: Unterstützung weiterer IM-Protokolle und IMAP-Ordnerstrukturen
6. Januar 2008 von Uwe Kaminski
Noch als Beta-Version existieren seit einiger Zeit eine neue Versionen von rtcomm und modest. Diese beiden Programme bzw. Komponenten integrieren sich sehr schön in die Oberfläche des Nokia Tablets. Ansätze dazu gibts es zwar auch bei der Pidgin-Version für Maemo und mit Claws-Mail existiert ein schicker E-Mail-Client der auch IMAP4 voll unterstützt, doch haben rtcomm und modest Stärken bei der Integration in die Benutzeroberfläche des Tablets, die sich nicht von der Hand weisen lassen.
Wir erinnern uns: Die Zahl der unterstützen Instant-Messaging-Protokolle auf den Internet Tablets ist im Auslieferungszustand eher dürftig: Jabber und Google Talk – das war´s. Mit dem OS2008 kam das SIP-Protokoll hinzu und neben dem N810 wurde auch das N800 zum “Voice over IP”-Client.
IM / SIP …
Mit Hilfe von rtcomm ist es nun endlich möglich, neben den bereits genannten weitere IM-Protokolle zu nutzen. Im Einzelnen sind das: die proprietären Protokolle AIM, ICQ, MSN sowie einige SIP-Anbieter(vgl. Screenshot).
Ebenfalls sehr gelungen ist die Möglichkeit, sich mit IRC Netzwerken verbinden zu lassen. Grundsätzlich werden alle von Pidgin benutzbaren Protokolle unterstützt – in der aktuellen (Beta-)Version sind jedoch nur die genannten freigeschaltet.
Ein besonders hübsches Feature ist die Funktion “Telepathy-salut”, die es dem Tablet ermöglicht, in einem lokalen Netzwerk alle Kontakte, die dieses Feature unterstützen, automatisiert zu finden und in einer temporären Kontaktliste abzulegen. Ich bin ja sehr gespannt, wie viele neue Freunde ich so auf der nächsten CeBIT in Hannover gewinne…
Das ebenfalls hinzugekommene Programm “Chat log viewer”, welches man nach der Installation im “Extras”-Menü findet, dient der Wiederaufnahme älterer Dialoge, indem es die letzten Nachrichten des Chatters und Antworten darauf aufzeichnet.
… und E-Mail (IMAP)
Bisher störte mich beim integrierten E-Mail-Client sehr die fehlende Unterstützung der Anzeige und Verwaltung von IMAP-Ordnern. Zum von mir genutzten Account gehören inzwischen ca. 100 davon und viele E-Mails werden serverseitig bereits beim Empfang in einige dieser Ordner verschoben.
Das auf dem tinymail E-Mail-Framework basierende Modest stellt automatisch alle Ordner eines IMAP-Accounts dar. Es ist konfigurierbar, wie viele Mails Modest bei Start des Programms herunterladen soll.
Integration
Modest läuft auch wenn das eigentliche Hauptprogramm nicht geladen ist als Dienst und sorgt durch ein hübsches blaues Blinken der LED und ein ebenfalls blinkendes Symbol auf dem Desktop dafür, dass man die frisch eingetroffene E-Mail schnell öffnen und lesen kann. Das gleiche gilt für eingehende IM-Nachrichten und VoIP-Anrufe. Ein- und Ausschalten lassen sich die Benachrichtigungen im Menü “Bildschirm” der Anwendung “Steuerung”.
Alle beschriebenen Dienste greifen auf die zentrale unter “Kontakte” erreichbare Kontaktliste zurück. So können aus der Kontaktliste heraus Chats oder Anrufe gestartet werden oder die E-Mailanwendung Modest aufgerufen werden. Fehlt eigentlich nur noch eine schöne Synchronisationsmöglichkeit… Dazu hoffentlich mehr in einem späteren Artikel.
Installation
Ein Hinweis vorweg: Es handelt sich um Beta-Versionen, die Fehler enthalten können. Vorsichtigen Naturen, sei geraten auf die finalen Versionen zu warten!
rtcomm muss im Red-Pill-Modus installiert werden. Diesen Modus aktiviert man, indem im Programmmanager die Option “Programmkataloge…” im Menü “Optionen” aufgerufen wird. Man muss nun auf die Schaltfläche “Neu” tippen und in der Zeile “Internetadresse:” das Wort “matrix” eingeben. Anschließend tippt man auf “Abbruch” (nicht auf “OK”). Die gestellte Frage beantwortet man mit “red” (root-Modus). Wählt man hingegen die blaue Pille wird man wieder zum normalen Benutzer.
Ist der red-pill-Modus aktiviert, kann man auf der Projekt-Website den im Kapitel Installation bereit gestellten Link verwenden, um das Installationspaket herunterzuladen. Dieses findet man dann auch unter dem Namen “Extras/RTCom update installer” im Menü “Extras” auf dem Tablet. Führt man diese Anwendung aus, werden die erforderlichen Komponenten installiert und man kann abschließend wieder in den Blue-Pill-Mode zurückkehren.
Eine Installationsdatei für modest kann im Download-Bereich der Projektseite gefunden werden.
Fazit
Es zeichnet sich ab, dass immer mehr der Anwendungen, die auf dem Tablet vorinstalliert sind, ihr Potenzial durch Erweiterungen oder Substitution nach und nach ausschöpfen. Programme wie Claws Mail oder Pidgin, die es bisher übernahmen fehlende Funktionen zur Verfügung zu stellen, sind nun nicht mehr zwingend erforderlich, werden aber Aufgrund spezieller Plugins und Erweiterungen ihre Daseinsberechtigung behalten.









wie bringe ich den Modest bei die interne Mail Applikation von Nokia zu ersetzen?
Ziel ist es wohl, die E-Mail-Application von Nokia zu ersetzen, allerdings erst, wenn das Programm das “Beta”-Stadium verlassen hat.
Ein kleiner Nachtrag: Mario, ein Leser dieses Blogs hat ein paar andere Protokolle und Dienste ausprobiert als ich und mir seine (leider etwas ernüchternden) Ergebnisse mitgeteilt.
— Zitat aus der E-Mail: —
Zum Messenger:
MSN: Hier wurden meine vorhanden Kontakte nicht importiert (aus welchen Gründen auch immer) – habe es zweimal versucht (hinzufügen/entfernen/hinzufügen) und es war beide Male kein Import angestoßen worden.
ICQ: Hier klappte theoretisch alles prima
Allgemein Messenger:
- Es fehlen die Datei-Aktionen (senden/empfangen) vollständig
- KEINE Video-Konferenzen möglich (immernoch zwingend erforderlich ist hier der Internet_anruf_ – (sehe ich keinen Sinn drin!))
- (zumindest bei ICQ) werden Kontakte die invisible sind aber ich bei denen als “trotzdem anzeigen” vermerkt bin, nicht angezeigt
— Zitat Ende —
Ich habe bisher vor allem mit ICQ gearbeitet und festgestellt, dass die Kontaktliste scheinbar inzwischen mehrfach heruntergeladen wurde. Die Kommunikation mit ICQ-Kontakten funktionierte allerdings prima. Ich setze das Tablet nach wie vor als “Always online”-IM-Client ein.
Mit dem von Mario eingesetzte IMAP-Server “Zimbra” kam modest nicht wirklich klar. Es weigerte sich standhaft mehr als einen Ordner innerhalb der Inbox anzuzeigen und auch mit sehr großen E-Mails, die Bilder enthalten scheint es noch Probleme zu geben.
Ich selbst hatte bisher noch keine größeren Probleme (ich nutze den IMAP-Server “Courier”) und nutze mehrere hundert Ordner, die tausende Mails enthalten.