OS2008 – Was hat sich getan? Was ist neu?
30. Dezember 2007 von Uwe Kaminski
Seit Mitte Dezember ist die erste offizielle Version des neuen Tablet-Betriebssystems erhältlich. Diese OS2008 genannte Version ist gleichzeitig auch das Standard-Betriebssystem für Nokias neustes Internet Tablet N810. Wer ein N800 sein Eigen nennt profitiert ebenfalls vom neuen System, da es auch als Update für dieses ältere Gerät gedacht ist.
Der Begriff “älteres Gerät” im Zusammenhang mit dem N800 mag chronologisch korrekt sein – was die eingebaute Hardware angeht ist er es nicht wirklich. Diese ist in weiten Teilen identisch mit der des N810. Die wirklichen Unterschiede zwischen beiden Geräten sind schnell aufgezählt: Im Gegensatz zum N800 besitzt das Nachfolgemodell Parallelmodell N810 lediglich eine ausziehbare Daumentastatur, einen integrierten GPS-Empfänger und ein etwas helleres Display. Als interne Speicherkarte fungiert im Auslieferungszustand eine nicht wechselbare 2GB-Flash-Speicherkarte.
Schneller: 330 MHz + 70 MHz = 400 MHz
Mit einem Upgrade auf die neue Betriebssystemversion wird die Geschwindigkeit des in beiden Geräten verbauten 400 MHz ARM-Prozessors nun auch auf dem N800 voll ausgenutzt – bei allen vorherigen Versionen des Betriebssystems arbeitete der Prozessor nur mit 330 MHz. Ein Unterschied, der sich zum Beispiel bemerkbar macht, wenn man Youtube-Videos schaut: Ruckelten diese vor dem Firmware-Update noch mit 5 bis 10 Bildern in der Sekunde vor sich hin, kommt man nun beim Betrachten locker auf gefühlte 15 bis 20 Bilder pro Sekunde. Auch Webseiten, wie netvibes.com die in ihrer Darstellung einiges vom Client, auf dem der Browser ausgeführt wird, fordern, sind nun schnell geladen und gut bedienbar.
Hübscher: Die neue Bedienoberfläche
Eine weitere, deutlich sichtbare Änderung betrifft die Benutzeroberfläche des Betriebssystems und vieler vorinstallierter Programme. Offensichtlich Inspiriert von Apples iPhone-Bedienkonzept, ist nun alles irgendwie, nun ja, daumenfreundlicher: Größere Icons und Scroll-Leisten sollen die Bedienung mit der bloßen Hand erleichtern. Dies scheint auch durchaus sinnvoll zu sein – wird die Tastatur des N810 ja, wie bereits erwähnt, mit dem Daumen bedient. Ist man allerdings die Bedienung mit Hilfe des Stifts gewohnt und möchte sich nicht umstellen, hätten es kleinere Icons ebenso getan. Leider gibt es keine globale Einstellmöglichkeit. Alles in allem bin ich aber überzeugt vom hübschen Aussehen der neuen Bedienoberfläche.
Konsolesker: XTerm bereits vorinstalliert
Nokia scheint eingesehen zu haben, dass ein Teil der Tablet-Klientel durchaus den Wunsch hegt, auch direkt auf dem Tablet einen Terminal-Client nutzen zu können und hat diesen nun gleicht vorinstalliert.
Telefonischer: Endlich ein echter SIP-Client
Zwar existiert mit Gaim eine Sprachtelefonielösung, die in der Lage sein soll, externe SIP-Accounts zu integrieren. In der Praxis scheiterte der Versuch aber bisher zumeist. Das ist nun Schnee von gestern, denn das neue Betriebssystem bringt einen schicken kleinen SIP-Client mit. Ich habe ad hoc einen Freenet iphone-Account ausprobiert und konnte diesen ohne Probleme auch via HSDPA in der S-Bahn nutzen. Der SIP-Klient ist gut ins System integriert, was es bspw. möglich macht Kontakte, für die Telefonnummern hinterlegt sind, direkt anzurufen.
Für schmale Bandbreite (GPRS) kann man also das Bandbreitenwunder Skype nutzen, für eingehende Anrufe und echte Internettelefonie den SIP-Client und für Videotelefonie mit anderen Gaim-Jüngern eben jenes Programm.
Komfortabler: Sichern und Wiederherstellen von Programmen
Ebenfalls ein guter Schritt in Richtung mehr Benutzerfreundlichkeit ist Bereitstellung der Möglichkeit, Repositories und Programme nach dem Einspielen von Firmwareupdates automatisch wiederherzustellen. Die Programmeinstellungen selbst blieben bisher ja auch schon erhalten. Das nervige Wiederfinden von Programmen nach dem Einspielen einer neuen Firmware entfällt aber.
Blinkender: Die neuen Funktionen der Info-LED
Ich bin mir nicht sicher, ob diese Funktion auch schon beim OS 2007 existierte, aber die Möglichkeit, sich durch die blau-blinkende LED (beim N800 in das Navigationskreuz integriert) auf frisch empfangene E-Mails, verpasste Anrufe oder auch neue Instant Messaging Nachrichten hinweisen zu lassen, ist ein schickes Gimmick – gerade weil das Gerät, sofern es per Akku betrieben wird, nach möglichst kurzer Zeit den Bildschirm abschalten sollte.
Apropos – es ist jetzt ENDLICH möglich dem Tablet mitzuteilen, dass es bei angeschlossenem Netzteil überhaupt nicht mehr den Bildschirm abschalten soll.
Lokalisierter: GPS Funktionen
Besitzer eines N810 oder N800 inklusive Bluetooth-GPS-Mouse werden sich für die GPS Funktionen interessieren. Mitgeliefert wird eine Anwendung, “Maps” genannt, die einem die aktuelle Position auf einer Karte anzeigt. Auf der Karte können diverse Points of Interest, also Bahnhöfe, Hotels usw. Eingeblendet werden. Navigieren ist mit der Basisversion nicht möglich.

Als Open-source-Alternative bietet sich nach wie vor das Programm “Maemo Mapper” an, die auch Navigationsfeatures bietet.
Da ich mich den GPS-Funktionen in einem gesonderten Beitrag widmen möchte, beende ich den Beitrag nun. Reicht ja auch erstmal…




