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Ich arbeite für die Firma STRATO, die das Produkt HiDrive anbietet. Dieser Artikel repräsentiert jedoch lediglich meine Meinung als Privatperson. HiDrive ist nur ein einfach zu administrierendes Beispiel für einen rsync-Server von vielen.

Wie inzwischen den meisten bekannt sein dürfte, ist das aktuelle Internet Tablet von Nokia mit jeder Menge Speicher ausgestattet. Neben den 32 GB die fest eingebaut sind, kann man den Speicher per MicroSD-Karte nochmal um 16 GB erweitern. Das reicht eigentlich für jede Menge Multimediales. Dennoch kann es sinnvoll sein, auf externen Speicher zuzugreifen

  • weil dort eben alle Musikstücke, Fotos und Videos gesammelt abgelegt sind und weit mehr als 48 GB belegen
  • weil man den ganzen Kram auf dem N900 gern extern sichern möchte, um im Falle eines Verlustes oder Defektes darauf zugreifen zu können
  • weil es Daten (Bilder und Videos, gemacht mit der eingebauten Kamera) gibt, die nicht nur auf dem N900 direkt betrachtet werden wollen

Bisher hatte ich für diese Dinge ein kleines Network Attached Storage (NAS) im Wohnzimmer stehen. Genauer gesagt: Die Synology 107e. Diese kleine Kiste beherbergt nun aber lediglich eine Festplatte und bietet keinerlei Redundanz, weshalb es auch hier schön wäre, die Daten “irgendwohin” zu replizieren.

Dieses “Irgendwo” heißt für mich jetzt HiDrive. Das hat sich die mein Brötchengeber, die Firma STRATO, ausgedacht und genau an diesem Produkt als Beispiel möchte ich auch Erklären was möglich ist. Natürlich kann man auch einen eigenen Server nutzen oder auf alternative Anbieter zurückgreifen.

Wichtig ist mir, dass der Zugriff auf den Online-Speicher verschlüsselt erfolgt. Ob die Daten auf der Online-Festplatte ebenfalls verschlüsselt, also zum Beispiel in TrueCrypt-Containern abgelegt werden müssen, sollte jeder für sich entscheiden. Mir genügt es, die Daten verschlüsselt zu übertragen aber unverschlüsselt zu speichern.

Einmal rsync und zurück

Geradezu fantastisch sind die Möglichkeiten, wenn man rsync zum Sichern ganzer Verzeichnisse (samt Unterverzeichnissen) nutzen möchte. Per rsync werden die Inhalte eines Quellordners in einen Zielordner übertragen. Dabei wird immer nur kopiert, was sich noch nicht im Zielordner befindet. Änderungen an den Dateien im Quellordner werden erkannt und berücksichtigt. Um vollständige Gleichheit zwischen Quell und Zielordner herzustellen, kann auch eine Option verwendet werden, die alle Inhalte im Zielordner löscht, wenn sie nicht auch im Quellordner existieren.

Um automatisiert synchronisieren zu können soll ein Schlüssel erzeugt werden, mit dessen Hilfe auch automatisiert auf den Online-Speicher zugegriffen werden kann. Als grafische Benutzeroberfläche soll grsync zum Einsatz kommen, einem inzwischen hervorragend auf dem N900 zu bedienendem Programm. Abgerundet wird das Experiment durch das Programm Alarmed (Achtung! Dieses Programm ist derzeit nur in der Programmbibliothek extras-devel vorhanden und sollte mit entsprechender Vorsicht genossen werden), welches die zeit- und Intervall-gesteuerte Ausführung beliebiger Befehlszeilen erlaubt.

Zunächst gilt es, einen Schlüssel zur Verwendung mit HiDrive (oder dem externen rsync-Server) zu erstellen. Dazu muss OpenSSH installiert sein. Dazu gibt man als root ein:

apt-get install openssh

Während der Installation wird man nach einem Passwort gefragt, das den Zugriff auf das N900 per ssh ermöglicht.

Grsync und alarmed werden ebenfalls installiert:

apt-get install grsync alarmed

Dann wird man wieder normaler Benutzer:

exit

Man wechselt das Verzeichnis:

cd /home/user/.ssh

und generiert dort einen Schlüsselpaar zum Zugriff auf den Online-Speicher:

~ $ cd /home/user/.ssh
~ $ ssh-keygen
Generating public/private rsa key pair.
Enter file in which to save the key (/home/user/.ssh/id_rsa): rsynckey
Enter passphrase (empty for no passphrase):
Enter same passphrase again:
Your identification has been saved in rsynckey.
Your public key has been saved in rsynckey.pub.
The key fingerprint is:
af:16:99:df:d7:e8:7c:f3:d1:5b:91:78:9d:6a:fb:ee user@Nokia-N900-51-1
The key's randomart image is:
+--[ RSA 2048]----+
|                 |
|                 |
|                 |
|              . +|
|        So   . =.|
|        +.    o o|
|         o.. o +o|
|        ... o.+.*|
|       ..    +*E+|
+-----------------+

HiDrive als rsync-Server einrichten

Nun gilt es, den öffentlichen Schlüssel rsynckey.pub im HiDrive Konfigurationsbereich zu hinterlegen. Dafür kopiert man die Datei in den Dokumenten-Ordner:

cp rsynckey.pub /home/user/MyDocs/.documents/

Im Browser öffnet man den Konfigurationsbereich unter www.hidrive.strato.com. Dort kann nun im Tab “Einstellungen” -> “Kontenverwaltung” für einen bestehenden Account ein OpenSSH-Schlüssel hinterlegt werden, wie die folgenden Abbildungen verdeutlichen::

Auswahl eines Benutzer-Kontos zum hochaden des öffentlichen Schlüssels

Wurde der Schlüssel ausgewählt und hochgeladen, so befindet er sich anschließend in einer Liste mit verwendbaren Schlüsseln, die im Konfigurationsbereich einsehbar ist.

Der OpenSSH-Schlüssel wurde erfolgreich hochgeladen...

...und taucht nun in der Liste der authentisierten Schlüssel auf.

Ich habe sowohl im HiDrive-Ordner des Benutzers “jukey” als auch im MyDocs-Verzeichnis auf dem N900 jeweils die Ordner tablet2server und server2tablet angelegt. Auf dem N900 kann dazu der Dateimanager verwendet werden oder man gibt in xterm ein:

mkdir /home/user/MyDocs/tablet2server
mkdir /home/user/MyDocs/server3tablet

HiDrive-seitig kann man die Ordner per Weboberfläche (Ebenfalls im Konfigurationsbereich), SMB/CIFS oder auch  SFTP anlegen. Ich gehe davon aus das die Ordner /users/jukey/tablet2server und /users/jukey/server2tablet heißen.

Probebetrieb in xterm

Wer nicht auf die grafische rsync-Oberfläche zurückgreifen möchte, kann auch die beiden folgenden Kommandos in xterm nutzen:

rsync -avz -e "ssh -i /home/user/.ssh/rsynckey" \
/home/user/MyDocs/sync/tablet2server/ \
jukey@rsync.hidrive.strato.com:/users/jukey/sync/tablet2server

(Die Backslashs: “\” sorgen lediglich dafür, dass die nachfolgenden Zeilenumbrüche ignoriert werden)

rsync -avz -e "ssh -i /home/user/.ssh/rsynckey" \
jukey@rsync.hidrive.strato.com:/users/jukey/sync/server2tablet \
/home/user/MyDocs/sync/server2tablet/

Komfortable Nutzung per grsync

Jetzt ruft man grsync auf und legt jeweils ein Profil zum sichern auf dem Server und ein Profil zum Ablegen auf dem Tablet an. Die Nachfolgenden Screenshots verdeutlichen, wie es geht:

GUI für rsync unter maemo5 auf dem N900: Verzeichnisse festlegen

Unter Source wird ein Pfad auf dem N900 ausgewählt, dessen Inhalt samt Unterverzeichnissen auf den Server übertragen werden soll. Danach gibt man unter zusätzlichen Optionen an, wo der Schlüssel für den Zugriff per SSH auf dem Internet Tablet zu finden ist:

GUI für rsync unter maemo5 auf dem N900: Zugriff verschlüsselt per SSH mit Hilfe eines Schlüssels

Gespeichert wird das ganze als Profil namens “tablet2storage”. Nun können beliebige Verzeichnisinhalte vom Tablet in das HiDrive-Verzeichnis “tablet2server” verschoben werden, indem dieses Profil verwendet wird. Im Hauptmenü lassen sich Quelle und Ziel auch umkehren. Ich habe dafür ein Profil storage2tablet angelegt, bei dem alle,s was online im Ordner server2tablet liegt in dem lokalen /home/user/MyDocs/sync/server2tablet Ordner landet.

Automatische, zeitgesteuerte Synchronisation im Hintergrund

Um die Synchronisation regelmäßig automatisiert anzuschieben, kann das seit kurzem verfügbare Programm “alarmed” verwendet werden. Hier können Befehle bequem zur wiederholten Ausführung hinterlegt werden. Man nimmt also die oben beschriebenen Befehlszeilen (ohne die “\”) und fügt sie unter “New Event” -> “Command execution” als Befehlszeile ein.

Intervall-basierte Kommandos ausführen - alarmed erleichtert die Konfiguration

Anschließend gilt es noch, ein Intervall für die Synchronisation zu wählen. Dabei ist es unter anderem möglich, bestimmte Tage pro Woche, den Monats-Ersten oder auch einfach täglich, stündlich oder minütlich zu synchronisieren.

Fazit

Wozu das Ganze? Ich synchronisiere zum Beispiel einmal täglich automatisiert alle Kamera-Verzeichnisse mit dem meiner Online-Festplatte. Sitze ich an einem PC oder Notebook, kann ich auf Kopien der Bilder des N900 zugreifen ohne dieses an den rechner anschließen zu müssen oder per SSH darauf zugreifen zu müssen.

Oder: Der Inhalt des eigenen Musikarchivs im Storage kann täglich aufs N900 synchronisiert werden. Auch hier kann die Musik, nachdem die CD ins mp3-Format umgewandelt wurde, am PC in den Online-Speicher übertragen werden und nach der nächsten rsync-Session kann der Ohrenschmaus auf dem N900 wiedergegeben werden.

Für welche Zwecke setzen meine Leser(innen) rsync auf dem N900 ein? Kommentare sind stets willkommen!

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Nachdem in der letzten Synchronisationsgeschichte beschrieben wurde, wie Kontakte, Termine, Aufgaben und Notizen zwischen N900 und einem SyncML-Server abgeglichen werden können, möchte ich in diesem kurzen Beitrag darauf eingehen, wie man dieses Vorgehen automatisiert.
Ziel ist es, eine Synchronisation

  • automatisiert durchzuführen,
  • nur dann durchzuführen, wenn eine Netzwerkverbindung besteht und
  • den Status des Ergebnisses der letzten Synchronisation sehen zu können

Diese drei Fliegen schlägt man mit einer Klappe namens “Desktop Command Execution Widget“, im folgenden “DCEW” genannt. Erhältlich ist dieses Desktop Widget in der Programmbibliothek extras-testing und, so denn niemand größere Bugs moniert, bald auch in extras.

Mit DCEW kann man sich zeigen lassen, was man sieht, wenn bestimmt Befehle auf der Kommandozeile gestartet werden. Alles, was in der Kommandozeile ausgegeben wird, erscheint im Widget. Man kann festlegen, ob das gewünschte Kommando jedes mal ausgeführt wird, wenn der Desktop, auf dem sich DCEW befindet, aufgerufen wird oder ob ein Tippen auf das Widget nötig ist. Für unsere Zwecke ebenfalls sehr sinnvoll ist die Möglichkeit, ein Kommando Intervall-basiert auszuführen sowie eine Internetverbindung vorauszusetzen.

Wir geben dem Kind einen Namen...

Es wird, wie im Bild zu sehen, ein neues Kommando namens “sync” erstellt:

syncevolution scheduleworld|grep \|\ 

Achtung! Nach dem zweiten “\” unbedingt ein Leerzeichen hinzufügen, sonst werden die falschen Zeilen ausgegeben.

Der Befehl sorgt dafür, dass das N900 mit dem SyncML-Dienst scheduleworld.com synchronisiert wird und nur die Zeilen aus dem Protokoll angezeigt werden, die die Zeichenfolge | gefolgt von einem Leerzeichen enthalten. Welche das sind, zeigt der folgende Screenshot:

Relevante Essenz der Bildschirm-Ausgabe nach Ausführung von syncevolution

Für dieses Ergebniss muss das Ausgabefenster auf maximaler Breite (“width”) belassen werden und 10 Zeilen für die Ausgabe eingestellt werden. Synchronisiert man den einen oder anderen Datentyp (z.B. Notizen) nicht, kommt man auch mit entsprechend weniger Zeilen aus.

Breite und Höhe festlegen

Um zu verhindern, dass das Kommando zu häufig und womöglich parallel ausgeführt wird, habe ich die entsprechenden Checkboxen deaktiviert und ein festes Intervall (6h) festgelegt.

Wann und unter welchen Voraussetzungen soll die Synchronisation stattfinden

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Erstaunt stellt man bei der Benutzung des N900 fest, dass lediglich zwei Standard-Profile für die Nutzung vorgesehen sind:

  • Allgemein
  • Lautlos

Visuell unterscheiden sich beide Profile durch ein Icon in der Statusanzeige (das Ding, dass die Uhrzeit und den Akkufüllstand, sowie Informationen zur Konnektivität in der Menüleiste einer Anwendung anzeigt). Dem Profil “Lautlos” wird nämlich ein kleines Icon eine (durchgestrichene Note) zugeordnet. Man kann zwischen beiden Profilen umschalten, indem man in der “status area” (also dem Ding, das ausklappt, wenn man auf die Uhrzeit/Batterieanzeige in der Menüleiste einer Anwendung tippt) auf das Profil-Icon tippt.

Was fehlt, sind ganz klar weitere Profile, das weiß jeder, der schon einmal mit einem echten ™ Mobiltelefon zugange war.

Diesen Mangel behebt tweakr.

Ich bitte den geneigten Leser, zur Kenntnis zu nehmen, dass es sich um Software handelt, die sich noch im Entwicklungsstadium befindet und nicht hinreichend getestet wurde. Eine Installation kann dazu führen, dass einem der Himmel auf den Kopf fällt oder aber das N900 in eine Reboot-Endlosschleife gelangt, aus der es nur durch erneutes Einspielen der Firmware ein entrinnen gibt.

Bei tweakr handelt es sich um ein Plugin für die Anwendung "Einstellungen"

Um tweakr zu installieren muss der Programmkatalog extras-devel aktiviert sein. Ist dies der Fall kann es im Programmmanager zur Installation ausgewählt werden. Nach erfolgter Installation klinkt sich tweakr als Plugin in die Einstellungen des N900 ein. Stellt man nun unter “Profil” (in den “Einstellungen” ganz oben) alle Lautstärken und Vibrationsfunktion ein, kann diese mit Hilfe des Menüpunkts “Save Current General profile to new preset” in “Tweakr” (in den “Einstellungen” ganz unten) dieses “Allgemeine” Profil als neues Profil unter eigenem Namen speichern.

Die aktuellen Profileinstellungen werden mit Hilfe einer Option des tweakr-Dialogs gespeichert

Dieser Vorgang kann wiederholt werden, bis einem die Puste ausgeht, man die Lust verliert oder der Meinung ist, jeden benötigten Fall abgedeckt zu haben.

“Aber wo ist denn mein schönes “Lautlos”-Profil hin?”, habe vermutlich nicht nur ich mich nach diesem Vorgang gefragt. Das vordefinierte Lautlos-Profil kann nach wie vor mit Hilfe des Ein-(und Aus-)schalt-Knopfes am Gerät (zwischen Laut/Leiser-Wippe und Kamera-Auslöser beheimatet) aktiviert werden.

Aprospos Einschalt-Knopf: Dieser lässt sich ebenfalls per tweakr mit unterschiedlichen Funktionen belegen.

Und tweakr kann noch viel mehr: Zum Beispiel Ordnung auf dem Desktop schaffen, indem es ein Raster vorgibt, in dem Elemente auf den Desktops verschoben werden können oder die Umbennenung von dort abgelegten Bookmarks gestattet. Ebenfalls keine Revolution, aber doch nützlich, ist die Möglichkeit, bei gesperrte(r/m) Tatsatur/Touch-Screen durch das Öffnen der Kamera-Abdeckung eben auch die Kamera-Anwendung zu starten. Da kommt echtes Kompakt-Kamera-Feeling auf, kann ich nur sagen.

Zukunft

Schön wäre es, irgendwann auch Icons für die einzelnen Profile zuordnen zu können, die in der Statusanzeige zu sehen sind. Noch schönen wäre es, wenn das Profil in Abhängigkeit des benutzten Netzzugangs, der Uhrzeit und eines eventuell angeschlossenen Headsets/Kopfhörers automatisch ausgewählt wird.

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Ein Traum wird wahr: Synchronisation aller gängigen Daten mit fast allem, was so als Gegenstelle in Frage kommt. Andere Handys, die PC-Suite von Nokia zum Synchronisieren von Outlook per Kabel oder Bluetooth, aber auch “over-the-air” per Active Sync Protokoll, welches das N900 von Natur aus unterstützt, ist bereits möglich. Nachdem in einem Update der Firmwareversion nicht mehr nur Exchange 2007 Server, sondern endlich auch Exchange 2003 und wahrscheinlich auch Google als Gegenstelle unterstützt werden, ist ja ein nicht unwesentlicher Teil der Synchronisationswilligen bedient. Vielleicht widme ich eine der nächsten Synchronisationsgeschichten diesen Themen.

Theorie…

Hier und heute soll es um SyncML gehen. Also um ein von Nokia auf dem N900 nicht offiziell unterstütztem Protokoll. Auch per SyncML können Kontakte, Termine, Aufgaben und Notizen mit einem Synchronisationsserver abgeglichen werden.
Auf den älteren Internet Tablets war dies nur für Kontakte möglich, wie in den vorangegangenen Artikeln zum Thema Synchronisation in diesem Blog beschrieben wird.

Kalender-Anwenung auf dem N900 unter Mameo5

Nun besitzt das N900 zu meiner großen Freude eine rudimentäre, aber gut funktionierende Kalender-Anwendung, die zugleich auch noch Aufgaben und Notizen verwalten kann und darüber hinaus sogar die Verwendung verschiedener Kalender für verschiedene Zwecke ermöglicht. Die Frage ist, ob syncevolution auch auf dem N900 lauffähig ist und ob man die über Kontaktdaten hinausgehende Datentypen damit ebenfalls synchronisieren kann.

Man kann!

Verwendet man mehrere Kalender, können diese einzeln Ein- oder Ausgeblendet werden

Nachdem sich Patrick Ohly, der Schöpfer des wunderbaren syncevolution, nach dem Erscheinen des N900 aus zeitlichen Gründen nicht mehr mit der Portierung und Weiterentwicklung dieses sync-Wunders für Maemo5 befassen kann und in der maemo.org Community anfragte, wer dieses Projekt weiterzuführen bereit wäre, passierte lange Zeit nichts. Zaghafte Versuche, sich mit Hilfe eines maemo.org Brainstorms an das Thema heranzutasten, wurden gestartet… Doch dann nahm Ove Kaaven das Heft des Handelns in die Hand und baute eine funktionierende Version von syncevolution für Maemo5. Und was für eine! Über meine kühnsten Erwartungen hinausgehend ist es mit dieser Version auch möglich Termine, Aufgaben und Notizen zu synchronisieren. Verwendet man mehr als einen Kalender, ist es zudem möglich festzulegen, welche(r) Kalender (in denen auch Aufgaben und Notizen verwaltet werden) synchronisiert werden sollen.

… und Praxis

Ich bitte den geneigten Leser, zu beachten, dass nachfolgende Beschreibung sich auf Software bezieht, die nicht hinreichend getestet wurde und die sich noch im Entwicklungsstadium befindet. Nur weil bei mir bisher alles gut funktioniert hat, kann nicht davon ausgegangen werden, dass es auch beim Nachmachen funktioniert. Ein Backup der Daten aller beteiligter Parteien ist obligatorisch.

Ich beschreibe die Installation am Beispiel des Dienstes scheduleworld.com. Dieser ist inzwischen kostenpflichtig. Eine Liste von Sync-Anbietern kann dieser Seite entnommen werden. Welche Konfigurationsparameter jeweils verwendet werden, ist den Anleitungen der entsprechenden Anbieter zu entnehmen.

Bearbeitung der Konfigurationsdateien von syncevolution mit dem Editor Leafpad

Zunächst sollte ein Editor installiert werden, der alle bearbeiteten Dateien im Nur-Text-Format belässt und keine Formatierung kennt. Dafür bietet sich der dem Midnight Comander beiliegende mcedit oder der ebenfalls zu installierende Editor “Leafpad” an. Ich beschreibe alles nachfolgend mit Leafpad als Editor.

Update vom 26.01.2010: syncevolution kann inzwischen ganz normal mit Hilfe des Programmmanagers installiert werden. Voraussetzung ist die Aktivierung des Programmkatalogs extras-devel.

Für scheduleworld existiert bereits ein Konfigurationstemplate, das mit dem Kommando:

~ $ syncevolution -c scheduleworld

konfiguriert wird.

Nun müssen noch wenige kleine Anpassungen an den Konfigurationsdateien vorgenommen werden. Details zu diesen Anpassungen können den enthaltenen Beschreibungen in diesen Dateien entnommen werden. Die Konfigurationsdateien sind unter /home/user/.config/syncevolution/scheduleworld/ abgelegt. Zunächst wird die Kofigurationsdatei mit den allgemeinen Informationen bearbeitet:

~ $ leafpad /home/user/.config/syncevolution/scheduleworld/config.ini

Es gilt, den Benutzernamen und das Passwort zu hinterlegen indem man diese Werte als “username =” und “password =” hinterlegt. Die URL ist bereits korrekt vorkonfiguriert.

Nachdem die alllgemeinen Parameter festgelegt sind, kann in den Dateien:

/home/user/.config/syncevolution/scheduleworld/sources/addressbook/config.ini
/home/user/.config/syncevolution/scheduleworld/sources/calender/config.ini
/home/user/.config/syncevolution/scheduleworld/sources/todo/config.ini
/home/user/.config/syncevolution/scheduleworld/sources/memo/config.ini

Einstellungen für die einzelnen Datentypenbearbeitet werden.

Um zu ermitteln, welche Einträge in Frage kommen, können die vorhanden Sync-Quellen hier abgefragt werden:

~ $ syncevolution
Evolution Address Book = Evolution Contacts = evolution-contacts:
 <<system>> (file:///home/user/.osso-abook/db) <default>
Maemo Calendar = maemo-events:
 N900 (id:1) <default>
 Privat (id:2)
 Geburtstage (id:3)
 Nokia E52 jukey (id:4)
 Mail for Exchange (id:5)
Maemo Tasks = maemo-tasks:
 N900 (id:1) <default>
 [...]
Maemo Notes = maemo-notes:
 N900 (id:1) <default>
 [...]

Um einen bestimmten Kalender als Quelle für den Synchronisationsvorgang zu wählen, muss der entsprechende Wert für “id:x” später in der entsprechenden Konfifgurationsdatei eingetragen werden. Im obrigen Beispiel müsste also z.B. id:2 genommen werden, um den Kalender “Privat” zu synchronisieren. Zusätzlich muss ein Synchronisationsmodus gewählt werden. Der Modus “two-way” bedeutet beidseitige Synchronisation, während im Modus one-way-to-server/client nur in die jeweils angegebene Richtung synchronisiert wird.

Die Datei im Verzeichnis /home/user/.config/syncevolution/scheduleworld/sources/calender/config.ini sieht nun also folgendermaßen aus:

sync = two-way
type = calendar
evolutionsource = id:2
uri = cal2

wobei uri der Name der externen Datenbank ist, in die die Termine wandern. Im Falle von scheduleworld.com kann im dortigen Login-Bereich nachgelesen werden, welcher Wert für welchen Kalender angegeben werden muss. Um die Datei mit Hilfe von leafpad zu editieren, wird folgender Befehl verwendet:

~ $ leafpad /home/user/.config/syncevolution/scheduleworld/sources/calender/config.ini

Für die andern Syncchronisationsquellen gestaltet sich die Konfiguration jeweils genauso.

Um den Synchronisationsvorgang zu starten ist nun nur noch folgender Befehl nötig:

~ $ syncevolution scheduleworld

Es folgt ein Bericht, der u.a. ausgibt welche Daten synchronisiert wurden:

Changes applied during synchronization:
+---------------|-------ON CLIENT-------|-------ON SERVER-------|-CON-+
|               |   rejected / total    |   rejected / total    | FLI |
|        Source |  NEW  |  MOD  |  DEL  |  NEW  |  MOD  |  DEL  | CTS |
+---------------+-------+-------+-------+-------+-------+-------+-----+
|   addressbook |  0/0  |  0/0  |  0/0  | 0/189 |  0/0  |  0/0  |  0  |
|   refresh-from-client, 71 KB sent by client, 0 KB received          |
|   item(s) in database backup: 189 before sync, 189 after it         |
+---------------+-------+-------+-------+-------+-------+-------+-----+
|      calendar |  0/0  |  0/0  |  0/0  |  0/0  |  0/0  |  0/0  |  0  |
|      two-way, 0 KB sent by client, 0 KB received                    |
|      item(s) in database backup: 1 before sync, 1 after it          |
+---------------+-------+-------+-------+-------+-------+-------+-----+
|          todo |  0/0  |  0/0  |  0/0  |  0/0  |  0/0  |  0/0  |  0  |
|          two-way, 0 KB sent by client, 0 KB received                |
|          item(s) in database backup: 1 before sync, 1 after it      |
+---------------+-------+-------+-------+-------+-------+-------+-----+
|          start Wed Dec 30 21:19:51 2009, duration 0:24min           |
|               synchronization completed successfully                |
+---------------+-------+-------+-------+-------+-------+-------+-----+

Damit kann jeder, der ein wenig Konfigurationsaufwand nicht scheut, sein N900 in einen wahres Synchronisations-Multitalent verwandeln.

Zukunft

Was fehlt nun noch, um auch Leuten, die weder die Kommandozeile benutzen wollen, noch in Kofigurationsdateien herumwühlen wollen, eine komfortable Art der Kofiguration zu bieten?

Zum einen muss aus syncevolution erstmal wieder ein ordentliches, im “extras” Programmkatalog geführtes Programm werden. Zum anderen wäre es großartig, wenn sich jemand fände, der ein Plugin für den Dialog “Einstellungen” schreibt. Dort könnte man dann, ähnlich der jetzt bereits vorhanden Möglichkeit zur Konfiguration von Exchange-Sync, die Kofiguration von sync-Evolution übernehmen.

Zu guter Letzt wäre es natürlich sehr vorteilhaft, wenn man den Synchronisationsvorgang nicht immer manuell starten müsste, sondern ein Intervall festlegen könnte, in dem die Daten ausgetauscht werden. Auch hier fehlt es noch an einer guten Lösung.

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